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DeFi Tracker
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Zwei deutsche Steuerkörbe, zwei Freigrenzen, sehr unterschiedliche Regeln — hier der Spickzettel.

§ 23 EStG vs. § 22 Nr. 3 EStG

Das deutsche Einkommensteuerrecht teilt Krypto-Aktivität in zwei vollkommen unterschiedliche Kategorien. Sie zu verwechseln ist der häufigste Fehler in den DeFi-Steuererklärungen, die wir prüfen. Hier ist der Unterschied — und warum DeFi Tracker auf dem Dashboard zwei Freigrenzen-Balken anzeigt.

§ 23 EStG — Private Veräußerungseinkünfte

Dieser Topf ist für Kauf und Verkauf von Krypto-Assets. Trades, Swaps und jede Veräußerung mit Gewinn landen hier.

  • Haltefrist: 1 Jahr. Halten Sie länger, wird die Veräußerung steuerfrei.
  • Freigrenze: EUR 1 000 pro Steuerjahr (BMF-Schreiben vom 06.03.2025, erhöht von EUR 600).
  • Wichtig — es ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. Überschreiten Sie EUR 1 000 auch nur um einen Cent, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der überschießende Teil.
  • Verlustverrechnung: § 23-Verluste können nur mit anderen § 23-Gewinnen verrechnet werden, niemals mit § 22 Nr. 3-Einkünften.

Die Transaktionstabelle in DeFi Tracker kennzeichnet § 23-Ereignisse mit dem Label „Veräußerung".

§ 22 Nr. 3 EStG — Sonstige Einkünfte (Staking, Lending)

Dieser Topf ist für Belohnungen — alles, was Sie für das bloße Halten oder Bereitstellen von Kapital erhalten.

  • Haltefrist: keine. Die Belohnung ist Einkommen im Moment der Entstehung.
  • Freigrenze: EUR 256 pro Steuerjahr. Gleiche Freigrenzen-Logik — ein Cent darüber und der gesamte Betrag ist steuerpflichtig.
  • Beispiele: FTSO-Delegation-Rewards, sFLR-Auto-Compounding-Ausschüttungen, Aave-V3-Supply-Yield, Sceptre-Liquid-Staking-Erträge, Morpho-Blue-Zinsen.

DeFi Tracker klassifiziert diese über die spezialisierten Reward-Klassifikatoren (fassets-rewards, flare-native usw.) und bepreist sie zum Zeitpunkt der Entstehung.

Warum zwei Freigrenzen-Balken?

Das Dashboard zeigt beide Freigrenzen nebeneinander, weil das Überschreiten der einen die andere nicht beeinflusst. Sie können EUR 999 vor der § 23-Grenze liegen, die EUR 256-Grenze beim Staking sprengen, und schulden trotzdem nur auf das Staking Steuer — und umgekehrt.

Cliff-Effekt

Wir blenden eine gelbe Cliff-Warnung ein, wenn Sie auf EUR 50 an eine der Freigrenzen herankommen. Eine weitere Veräußerung könnte Ihr gesamtes Jahr von steuerfrei in voll steuerpflichtig kippen. Der Tax-Simulator zeigt Ihnen, welche Lots Sie verkaufen — oder verschieben — sollten, um weich zu landen.

Dieser Artikel ist allgemeine Information, keine Steuerberatung.